Wozu dieser Shop für Urkundenübersetzungen?

Wenn ein Privatkunde eine beglaubigte Übersetzung einer Urkunde benötigt, googelt er in der Regel, findet dabei einen freiberuflichen Übersetzer oder eine Agentur, scannt sein Dokument ein oder fotografiert es und fordert ein Angebot an. Manchmal bekommt er dieses Angebot recht schnell, manchmal dauert es länger und manchmal stellt sich der angeschriebene Übersetzer auch tot.

Dieses Prozedere soll durch den Shop für Urkundenübersetzungen abgekürzt werden. Hier können Sie in die Suchmaske eingeben, für welche Urkunde Sie eine beglaubigte Übersetzung benötigen, und sehen sofort, was das kosten wird. Im Warenkorb ist auch die Bearbeitungszeit der jeweiligen Urkundenübersetzung zu sehen; bei mehreren Urkunden summiert sich diese.

Durch den Shop sparen Sie somit in erster Linie Zeit, die sonst für das Anfordern eines Angebots und das Warten auf Antwort draufgehen würde! Und Sie können sicher sein, dass unsere Übersetzer auch wirklich erreichbar sind.

 Wozu braucht man eine beglaubigte Übersetzung?

Eine beglaubigte Übersetzung einer Urkunde oder eines anderen Dokuments wird immer dann benötigt, wenn es amtlich sein soll. Die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ ist in Deutschland nicht geschützt, und Behörden müssen sicher sein, dass eine Urkunde wirklich korrekt übersetzt wurde. Theoretisch könnte man ja sonst jemanden jünger oder älter machen oder ihm einen Titel oder eine Berufsbezeichnung andichten, die er gar nicht hat!

Typische Beispiele sind: Heiratsurkunde bei Eheschließung im Ausland, Geburtsurkunde bei Zuzug aus dem Ausland, Abiturzeugnis bei Studienwunsch im Ausland, Arbeitszeugnisse bei Bewerbung im Ausland, Abschlusszeugnisse bei Einwanderung nach Deutschland, damit Abschlüsse anerkannt werden können, Verträge bei Vertragspartnern in unterschiedlichen Ländern.

Korrekterweise werden diese Übersetzungen von Urkunden nicht beglaubigt, sondern es wird die Richtigkeit und Vollständigkeit bescheinigt. Die Übersetzung der Urkunde wird ausgedruckt, an die (Kopie der) Originalurkunde geheftet, mit der je nach Bundesland mehr oder weniger vorgeschriebenen „Beglaubigungsformel“ sowie dem Datum versehen und unterschrieben. Der „Übersetzerstempel“ ist nicht in allen Bundesländern vorgeschrieben, fast alle Übersetzer nutzen dennoch einen, weil es schlicht „amtlicher“ aussieht. 

Wann braucht man keine beglaubigte Übersetzung?

Manchmal wünschen Auftraggeber die Beglaubigung einer Übersetzung, obwohl es sich bei dem Text um keine Urkunde handelt, sondern beispielsweise um AGB oder auch Beschreibungen von Kosmetikprodukten. Hintergrund ist vermutlich, dass diese Auftraggeber eine Versicherung möchten, dass die Übersetzung wirklich korrekt ist.

Dies ist in so ziemlich allen Fällen unnötig und manchmal auch kontraproduktiv. Unnötig, weil der Übersetzer auch ohne Beglaubigung für die Korrektheit seiner Übersetzung haftet, d. h., wenn Sie Fehler in der abgelieferten Übersetzung finden, muss der Übersetzer diese Fehler korrigieren – auch Jahre nach der Ablieferung. Sollte Ihnen durch Fehler in der Übersetzung ein Schaden entstehen, z. B. wenn diese erst auffallen, nachdem der Prospekt gedruckt wurde, haftet der Übersetzer für diesen finanziellen Verlust. Dafür braucht es keine Beglaubigung!

Kontraproduktiv ist diese Vorgehensweise bei kreativen Texten, z. B. bei Produktbeschreibungen. Hier muss wesentlich freier übersetzt werden, damit der Text die neue Zielgruppe auch erreicht. Bei einer beglaubigten Übersetzung hingegen ist jede übersetzerische Freiheit fehl am Platz; ganz im Gegenteil, hier muss exakt und nur das übersetzt werden, „was da steht“. Im schlechtesten Fall erhalten Sie, wenn Sie eine beglaubigte Übersetzung von Produktbeschreibungen verlangen, somit vollkommen korrekte Texte, die jedoch schlicht keine Umsatz generieren können – und das auch noch in ausgedruckter Form, sodass Sie die Texte digitalisieren möchten. Eine vollkommen überflüssige Vorgehensweise! 

Wie wird man ermächtigter Übersetzer?

Will man die Richtigkeit und Vollständigkeit von Urkundenübersetzungen bescheinigen können, muss man dafür vom zuständigen Landgericht ermächtigt werden. Dafür muss man mehrere Voraussetzungen erfüllen, die je nach Bundesland variieren. In Niedersachsen muss man folgende Unterlagen einreichen:

  • Nachweis über die sprachlichen Fähigkeiten
  • Nachweis über Kenntnisse der deutschen Rechtssprache
  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Erklärung, dass man in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen lebt
  • Erklärung, dass man weder vorbestraft ist noch aktuell ein Ermittlungsverfahren anhängig ist
  • Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis
  • Bescheinigung des Insolvenzgerichts, dass man nicht pleite ist

Erfüllt man all diese Voraussetzungen, wird man zum Präsidenten des zuständigen Landgerichts geladen, dort belehrt und ermächtigt. Diese Ermächtigung ist in Niedersachsen lebenslang gültig und die „Beglaubigung“ der Urkunden wird von allen Behörden und Gerichten in ganz Deutschland anerkannt. Im Ausland meistens auch, das hängt jedoch vom entsprechenden Land und auch von der entsprechenden Behörde ab. 

Was ist der Unterschied zwischen einem Übersetzer und einem Dolmetscher?

Übersetzer arbeiten nur schriftlich und Dolmetscher nur mündlich. In Niedersachsen werden Übersetzer ermächtigt und Dolmetscher beeidigt. Benötigen Sie also ihre Heiratsurkunde aus Las Vegas auf Deutsch, wenden Sie sich an einen ermächtigten Übersetzer. Möchten Sie hingegen jemanden heiraten, der kein Deutsch spricht, benötigen Sie einen beeidigten Dolmetscher der entsprechenden Sprache. Ein Übersetzer kann Ihnen bei mündlichen Terminen nicht helfen!

Dolmetscher sind deutlich dünner gesät als Übersetzer. Die offizielle Liste aller ermächtigten Übersetzer und beeidigten Dolmetscher finden Sie unter www.justiz-dolmetscher.de . Da die Ermächtigung/Beeidigung in vielem Bundesländern lebenslang erfolgt, verstecken sich in dieser Liste leider viele Karteileichen. Oft kann Ihnen jedoch das entsprechende Amt oder Gericht mit einer Empfehlung weiterhelfen.

Wie setzen sich die Preise im Shop für Urkundenübersetzungen zusammen?

Die Kosten für beglaubigte Übersetzungen für Gerichte berechnen sich nach dem JVEG, dem Justizvergütungs- und ‑entschädigungsgesetz. Laut diesem Gesetz ist bei ein Preis pro Zeile (55 Zeichen inkl. Leerzeichen, gezählt im Zieltext) von 1,75 Euro netto zu zahlen; dieser Satz bezieht sich auf Dokumente, die in einem nicht bearbeitbaren Format vorliegen, was bei Urkunden, die eingescannt oder fotografiert werden, immer der Fall ist. Dieses Gesetz gilt nur für Gerichte und Behörden, die meisten ermächtigten Übersetzer jedoch orientieren sich auch bei Privatkunden daran.

Der Preis einer Urkundenübersetzung in diesem Shop setzt sich somit zusammen aus:

  • dem Zeilenpreis,
  • der Mehrwertsteuer (19 %),
  • den Portokosten.

Wie bei vielen Dienstleistungen fällt ein Mindestauftragswert an, den jede Übersetzerin selbst festlegt.